Autor Thema: DDR-Lampenattrappen von Auhagen - So wird die Nacht zum Tag (m17B)  (Gelesen 3932 mal)

Offline equinox82

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  • Klosetta, die Waschraumnymphe.
Moin in die Runde!

Die Lampen-/Laternenauswahl im Bereich der Modellbahn mag zwar reichhaltig sein, aber wirklich stimmig ist sie in meinen Augen nur sehr bedingt.

Seit langem plagen mich Kopfschmerzen, wie meine zukünftigen Bahnsteige, Fußwege und Straßen vorbildgerecht beleuchtet sein könnten. Durch Zufall stieß ich über die nicht wirklich neuen Peitschenlampenattr appen von Auhagen (41621 für die tropfenförmigen LBL & 41624 für die eckigen BG 2). Ein großes Manko haben sie allerdings: Es sind und bleiben nur Attrappen.
Sicher könnte man jetzt seine Augen auf die Marke Busch werfen, doch auch deren DDR-Lampen sind nicht perfekt (zu hell, zu klobige LED's, zu einfach verarbeitet). Allein der Bahnhof mit seinen Bahnsteigen wird etwa 30 - 35 Laternen benötigen. Das summiert sich dann schnell auf und geht ziemlich deutlich ins Bare.

Demnach gab ich mir einen Ruck und entschloss mich, die Laternen selbst zu basteln. Nachfolgend ein kleiner einfacher Bericht mit einigen Bildern der wichtigsten Etappen:
(Ein Klick auf das jeweilige Bild zeigt die volle Größe in einem neuen Tab.)

Es sei noch angemerkt, dass der bisherige Baufortschritt eine spontane Nacht- und Nebelaktion war. Das Endergebnis ist noch nicht final und bedarf weiterer Optimierungen.


1. Die Verpackungseinleger der Auhagen'schen Lampenattrappen.



2. & 3. Die eckigen Wandlampen (BG 2) mit Auslegern sowie die eckigen Mastlampen (BG 2) mit Auslegern und den beigefügten Masten (steckbar).



4. Hier nochmals die Lampen in der Gesamtansicht.



5. & 6. Die bearbeiteten eckigen (BG 2) sowie die tropfenförmigen Lampen (LBL).
Dafür wurden die Ausleger mit einem Cutter sauber abgeschnitten. Anschließend wurde an der betreffenden Stelle vorsichtig ein Loch bis auf etwa 2/3 der Länge des Lampenkörpers gebohrt (1,0 mm
Bohrerdurchmesser). Im Bereich der Lampenreflektoren wurde mit Bohrern verschiedener Größen (1,0 - 3,0 mm in 0,5er Schritten) nach und nach der Leuchtraum für die LED's geschaffen.



7. & 8. Metallschichtwiders tände (1.000 Ohm mit 0,6W) sowie die LED (Bauform 0603 mit 0,1 mm Kupferlackdraht in den Farben Kaltweiß (VF: 3,1 - 3,2 V) und Gelb (VF: 1,9 - 2,0 V) im Vergleich zu den
Lampenkörpern und -masten von Auhagen.



9. & 10. Hier die vorläufig fertige LBL-Peitschenlampe sowie die BG 2-Lampe.
Dazu wurden die LED mit dem Draht durch die Bohrungen gezogen und (wenn auch bisher noch recht stümperhaft) mit Uhu Patafix fixiert. In die Bohrungen der Lampenkörper kamen anschließend
wieder die eingangs entfernten Ausleger, sodass diese auf die Masten aufgesteckt werden konnten. Danach folgte der Funktionstest.



11. & 12. Es werde Licht!



13. & 14. Licht, die Zweite.



15. & 16. Ja, ich weiß, es wird langweilig. Aber immerhin "Licht, die Dritte. Im Dunkeln".



17. Quecksilber- und Natriumdampflampen in ihrer (zumindest für mich) schönsten Form.


Angeschlossen wurden die Testlampen an die Gleisversorgung einer Trix Mobile Station 1, welche per handelsüblichem Schaltnetzteil von Mätrix (Output: 18 V =, 2A, 36 VA) betrieben wird.

Da ich eingangs schrieb, dass es sich hierbei noch nicht um das finale Endergebnis handelt, sei noch etwas dazu gesagt:
Die Verbindung zwischen Lampenkörper und Mast wird später mittels eines gebogenen Messingrohres (Außendurchmesser 1,0 mm) realisiert. Und genau hier kommt nun für mich eine Unklarheit ins Spiel.

Wie bzw. in welcher Form soll ich die Masten realisieren?

Die Auhagen'schen Masten sind zwar am oberen Mastende zur Aufnahme des Verbindungsrohres etwa 0,5 cm tief vorgebohrt, aber eben leider nicht als durchgängiges Rohr konzipiert. Wohin soll hier der Draht verschwinden?
Die Masten auf kompletter Länge durchbohren fällt leider raus. Ein Test brachte vernichtende Ergebnisse in Form von "zerbohrten" Masten. Der Kunststoff ist recht weich und neigt selbst bei sehr vorsichtigem Anbohren zu Verbiegungen, sodass bereits nach kurzen Abständen der Bohrer seitlich aus der Mastwand kommt. Eine unschöne Alternative wäre, den Draht einfach außen am Mast gen Boden zu führen. Doch irgendwie gefällt mir diese Vorstellung nicht so recht. Es wäre auch möglich, den Auhagen'schen Mast zu ersetzen und per Messingrohr (Außendurchmesser 2,0 mm) selbst zu bauen, doch damit ginge leider die in meinen Augen sehr gelungene Nachbildung der achtkantigen und abgestuften Masten von Auhagen verloren.

Was sagt ihr dazu?

Sollten zum Bericht und meinem Umbau noch Fragen bestehen, scheut euch nicht und fragt einfach nach.

Grüezi und einen schönen Sonntag,
equinox ; )
Du, Elke, ich kann den gelben Hebel für Verwüstung 16a nicht finden.

Offline UnrealTom

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Mach dir aus Silikon ne Urform von dem Masten und gieße dann neue Masten aus Resin.
Und in die Mitte der Form hängst du mittig ein dünnen Stab (evtl. mit Silikonspray behandeln, damit er nach dem aushärten nicht an der Innenwand kleben bleibt) und wenn das Resin fest geworden ist, den Stab einfach rausziehen.  :-\

Offline equinox82

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  • Klosetta, die Waschraumnymphe.
Moin Unreal,

danke für den Tipp.

Leider wird das ohne Vakuum kaum funktionieren. Der Mast ist einfach zu filigran, sodass sicher Luftblasen beim Abgussversuch aus der Urform  entstehen werden.
Ich versuche mich erstmal an den Messingrohren.

Grüezi,
equinox
Du, Elke, ich kann den gelben Hebel für Verwüstung 16a nicht finden.

Offline UnrealTom

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Oder die Dinger neu konstruieren und dann "ausdrucken" lassen, z.B. bei shapeways...

Offline gabberspatz

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@equinox

schon mal den Leitlack von Busch getestet?
www.train-sim-werk.de - Die Seite für Fahrspaß im TS

Offline equinox82

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  • Klosetta, die Waschraumnymphe.
Moin!

Ich habe weiter gebastelt und ein Probeexemplar gebaut:


1. Gesamtansicht der Laterne mit neuem Messingmast.
Der Mast besteht aus drei Teilen. Der Verbinder zwischen Lampenkörper und Mast ist 1 mm dick und
etwa 2,5 cm lang. Der Mast selbst hat einen Außendurchmesser von 2 mm und ist rund 6,5 cm lang.
Am unteren Ende ist zur "optischen Aufwertung" ein 3 mm dickes Rohr aufgeschoben. Es ist etwa
1,5 cm lang. Dieses kleine Endstück ist jedoch optional. Es könnte auch weggelassen werden.



2. Detailansicht des oberen Teils



3. Detailansicht des unteren Teils mit Endstück


Die Rohre sind noch nicht lackiert. Ist das erfolgt, wird der Gesamteindruck sicher wesentlich stimmiger sein. Vorher werden die einzelnen Segmente jedoch miteinander verlötet.
In meinen Augen ist diese Alternative zu den Auhagen'schen Masten praktisch leicht und schnell zu bauen sowie optisch sehr ansprechend.

Was haltet ihr davon?

Grüezi,
equinox ; )
Du, Elke, ich kann den gelben Hebel für Verwüstung 16a nicht finden.